Islamisten wollen Millionen Korane in Deutschland verteilen

«Welt online»: Nie zuvor habe der Missionierungseifer der Islamisten derartige Dimensionen angenommen. Die Sicherheitsbehörden seien in Sorge. Berlin (kath.net/KNA) Islamisten wollen in Deutschland 25 Millionen kostenlose Korane auf Deutsch verteilen. Nie zuvor habe ihr Missionierungseifer derartige Dimensionen angenommen, berichtet «Welt online» am Wochenende. Die Sicherheitsbehörden seien in Sorge.

Urheber der Aktion ist laut Zeitung der Kölner Geschäftsmann mit palästinensischen Wurzeln Ibrahim Abou Nagie, der den Salafisten nahe stehen soll. Er rief im Oktober 2011 das Projekt «Lies!» ins Leben, das den Koran in deutscher Übersetzung kostenlos in jeden deutschen Haushalt bringen soll. Mehr als 100 Info-Stände sollen die Salafisten laut «Welt online» in den vergangenen Wochen in deutschen Städten, vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Hamburg, organisiert haben; allein an Ostern soll es Aktionen in 35 Städten gegeben haben. Bereits seien über 300.000 deutsche Koran-Übersetzungen verteilt worden, darunter auch in Gefängnissen, Schulen und Kindergärten.

Laut «Welt online» wird eine «überraschend gemäßigte» Koran-Übersetzung verteilt. Die deutsche Version nach der Übersetzung von Mohammed Ibn Ahmad Rassoul mit Kommentierung vom deutschen Konvertiten Frank von Bubenheim sei laut Verfassungsschutz eher «unkritisch» zu sehen, so der Bericht. Ziel der Kampagne sei es jedoch, Interessierte in Kontakt mit der salafistischen Szene zu bringen und sie im Sinn einer extremistischen Ideologie zu beeinflussen, zitiert die Zeitung eine Sprecherin des Berliner Verfassungsschutzes. Hinter der Kampagne stünden radikale Muslime mit einem extremistischen Weltbild und einer teils militanten Ideologie.

Ziel der Aktion ist es laut Bericht auch, die zersplitterte salafistische Szene in Deutschland zu einigen. Das Koran-Projekt sei als Versuch Abou Nagies zu werten, sich an die Spitze der Bewegung zu setzen.

Der Salafismus ist eine islamisch-fundamentalistische Strömung. Ihr Vorbild sind die «Vorfahren», arabisch «salaf», der ersten drei Generationen von Muslimen. Sie lebten nach Meinung der Salafisten den «reinen Islam» der Frühzeit während und kurz nach den Offenbarungen Mohammeds. Der salafistische Islam ist geprägt von einem buchstabengetreuen Koranverständnis und Intoleranz gegenüber anderen Denkweisen. Ein Teil der Salafisten ist zwar gegen Gewalt zur Durchsetzung eines Gottesstaates, allerdings existiert ein dschihadistischer Flügel mit Verbindungen zur islamistischen Terrorszene.

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