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Der Angriff auf das Priestertum ist ein Angriff auf die Eucharistie

(Roberto de Mattei, Katholisches – 21. Juni 2018) Die Eucharistie war immer die bevorzugte Zielscheibe der Kirchenhasser. Die Eucharistie faßt die Kirche zusammen. Wie ein Passionistentheologe schrieb: „Sie verkörpert alle geoffenbarten Wahrheiten, ist die einzige Gnadenquelle, die Vorwegnahme der Seligkeiten und Zusammenfassung aller Wunder der Allmacht“.1)

Die aktuellen Angriffe gegen das Altarsakrament waren von der Gottesmutter in Fatima 1917 vorhergesagt worden. In der Cova da Iria forderte die Jungfrau die drei Hirtenkinder auf, zu beten:

„Jesu Christi, gegenwärtig in allen Tabernakeln der Erde, zur Wiedergutmachung für alle Schmähungen, Sakrilegien und Gleichgültigkeiten, durch die Er selbst beleidigt wird“.

Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, schreibt im Vorwort zum schönen Buch von Don Federico Bartoli: Die Handkommunion. Eine historische, rechtliche und pastorale Darstellung (La distribuzione della Comunione sulla mano. Profili storici, giuridici e pastorali, Edizioni Cantagalli, Siena 2017), daß diese Szene “uns zeigt, wie wir den Leib Jesu Christi empfangen sollen”.

Laut dem Kardinal handelt es sich bei „den Schmähungen, die Jesus in der heiligen Hostie erfährt“, in erster Linie um „die schrecklichen Schändungen, von denen einige bekehrte, Ex-Satanisten berichtet und entsetzliche Schilderung gegeben haben“. Aber auch „der sakrilegische Kommunionempfang, der nicht im Stand der Gnade erfolgt oder ohne Bekenntnis des katholischen Glaubens“. Zudem: „Alles, was das Fruchtbarwerden des Sakramentes verhindern könnte, vor allem die in die Köpfe der Gläubigen ausgestreuten Irrtümer, damit sie nicht mehr an die Eucharistie glauben“.

Der heimtückischste, diabolische Angriff besteht darin, „zu versuchen, den Glauben an die Eucharistie auszulöschen, indem Irrtümer ausgestreut werden und ein nicht angemessener Kommunionempfang begünstigt wird. Der Krieg zwischen Michael und seinen Engeln auf der einen Seite und Luzifer auf der anderen, setzt sich wirklich in den Herzen der Gläubigen fort: Die Zielscheibe Satans sind das Meßopfer und die Realpräsenz Jesu in der konsekrierten Hostie.“ Dieser Angriff erfolgt auf zwei Schienen.

  • Die erste Schiene ist „die Reduzierung des Verständnisses von der Realpräsenz“ mit dem Verdampfen des Begriffs „Transsubstantiation“.
  • Die zweite ist „der Versuch, den Sinn für das Heilige aus den Herzen der Gläubigen zu entfernen“.

Kardinal Sarah schreibt:

„Während der Begriff ‚Transsubstantiation‘ uns die Wirklichkeit der Gegenwart verdeutlicht, läßt uns der Sinn für das Heilige die absolute Einzigartigkeit und Heiligkeit erkennen. Was für ein Unglück wäre es, den Sinn für das Heilige genau zu dem zu verlieren, was das Heiligste ist! Und wie ist das möglich? Indem wir die außergewöhnliche Speise wie eine ganz normale Nahrung zu uns nehmen.“

Dann mahnt der Kardinal:

„Kein Priester wage es, seine Autorität in dieser Frage aufzuzwingen, indem er jene, die die kniende Mundkommunion empfangen wollen, zurückweist oder schlecht behandelt: Wir kommen als Kinder und empfangen den Leib Christi demütig und in den Mund.“

Die Anmerkungen von Kardinal Sarah sind mehr als richtig. Sie sind vor dem Hintergrund eines Säkularisierungsprozesses der Liturgie zu sehen, der seinen Ursprung im zweideutigen Novus Ordo Missaevon Paul VI. vom 3. April 1969 hat, dessen unglückseligen 50. Jahrestages im kommenden Jahr gedacht werden wird.

Diese Liturgiereform, wie die Kardinäle Ottaviani und Bacci im Vorwort zu ihrer Kurzen kritischen Untersuchung schreiben, stellte

„sowohl im Ganzen wie in den Einzelheiten ein auffallendes Abrücken von der Theologie der heiligen Messe dar, wie sie in der XXII. Sitzung des Konzils von Trient formuliert wurde“.

Die traditionelle Theologie der Messe wurde durch eine neue ersetzt, die den Begriff des Opfers beiseite gelegt und in der Praxis den Glauben an die Eucharistie geschwächt hat.

Andererseits: Was sind die Öffnung gegenüber den wiederverheirateten Geschiedenen, die durch das Apostolische Schreiben Amoris laetitia ermutigt wird, und die Interkommunion mit den Protestanten, die von vielen Bischöfe gewünscht wird, anderes als eine Schmähung der Eucharistie? Der Bologneser Priester Don Alfredo Morselli hat die theologischen Wurzeln herausgearbeitet, die den Zusammenhang zwischen Amoris laetitia und der Interkommunion mit den Evangelischen bilden.

Wir wollen dem noch hinzufügen, daß der Angriff gegen die Eucharistie wegen der engen Verbindung dieser beiden Sakramente heute zu einem Angriff gegen das Weihesakrament geworden ist. Die sichtbare Verfassung der Kirche gründet auf der Ordnung: das Sakrament der Taufe läßt die Getauften Anteil am Priestertum Christi haben; das Priestertum wird in erster Linie durch die Darbringung des eucharistischen Opfers ausgeübt, das das Wunder der Transsubstantiation verlangt, die zentrales Dogma des katholischen Glaubens ist.

Wenn die Gegenwart Christi im Tabernakel nicht real und substantiell ist, und die Messe auf ein bloßes Gedächtnis oder Symbol dessen reduziert ist, was auf dem Kalvarienberg geschehen ist, braucht es keine Priester, die das Opfer darbringen, und mit der Hierarchie der Kirche, die im Priesterstand gründet, löst sich auch die Verfaßtheit der Kirche und ihres Lehramtes auf.

In diesem Sinn besteht ein Zusammenhang zwischen der Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen und der Protestanten zur Eucharistie einerseits und der Forderung, auch verheiratete Laien zum Priestertum zuzulassen und auch Frauen die niederen Weihen zu spenden andererseits. Der Angriff gegen die Eucharistie ist ein Angriff gegen das Priestertum.

Es gibt nichts Größeres, Schöneres und Bewegenderes als die Barmherzigkeit Gottes gegenüber dem Sünder. Dieses Herz, das die Menschen so sehr geliebt hat, will uns auf die Fürbitte des Unbefleckten Herzens Mariens, mit dem es untrennbar verbunden ist, zur ewigen Glückseligkeit im Himmel führen, und niemand, nicht einmal der hartnäckigste Sünder, kann diese erlösende Liebe bezweifeln.

Deshalb dürfen wir nie das Vertrauen in Gott verlieren, sondern haben dieses Vertrauen bis zum äußerten Ende unseres Lebens zu bewahren, weil nie jemand von diesem brennenden Vertrauen hintergangen wurde. Der Herr betrügt uns nicht. Wir aber sind imstande, Ihn zu betrügen, und wir können auch uns selbst betrügen. Es gibt keinen größeren Betrug als den, glauben zu machen, es sei möglich, gerettet zu werden, ohne die eigenen Sünden zu bereuen und ohne den katholischen Glauben zu bekennen.

Wer sündigt, oder in der Sünde lebt, rettet sich, wenn er bereut. Wenn er aber meint, Gott betrügen zu können, rettet er sich nicht. Es ist nicht Gott, der ihn verurteilt, sondern er selbst, indem er unwürdig die Sakramente empfängt und sich dadurch das eigene Gericht ißt und trinkt. Der heilige Paulus erklärt es den Korinthern mit deutlichen Worten:

„Wer also unwürdig von dem Brot ißt und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.
Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken.
Denn wer davon ißt und trinkt, ohne zu bedenken, daß es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er ißt und trinkt“ (1 Kor 11,27–29).

Der Heilige Paulus stellte dann fest, daß in der Kirche von Korinth wegen sakrilegischer Kommunionen viele Personen auf mysteriöse Weise erkrankten und starben (1 Kor 11,30).

Traurig ist das Schicksal derer, die nicht zu den Sakramenten gehen, weil sie in der Sünde bleiben wollen. Schlimmer ist das Schicksal derer, die sakrilegisch die Sakramente empfangen, ohne in der Gnade Gottes zu sein. Noch schwerwiegender ist die Sünde derer, die die Gläubigen ermutigen, im Stand der Sünde die Kommunion zu empfangen, oder die Eucharistie unrechtmäßig spenden. Das sind die Schmähungen, die das Heiligste Herz Jesu und das Unbefleckte Herz Mariens verwunden und am tiefsten durchbohren.

Das sind die Sünden, die unsere Sühne verlangen, die unsere Anwesenheit vor dem Tabernakel fordern, die unsere öffentliche Verteidigung der Eucharistie gegen jede Art von Schändern einfordert. Indem wir das tun, sichern wir uns unser Heil und das unseres Nächsten und werden das Kommen der Herrschaft Jesu und Mariens in der Gesellschaft beschleunigen, deren Aufrichtung auf den Ruinen der modernen Welt nicht auf sich warten lassen wird.